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Zusammenfassung Band 41

Junge, B. (2005): Die Böden des oberen Ouémé- Einzugsgebietes in Benin/Westafrika - Pedologie, Klassifizierung, Nutzung und Degradierung - . Bonner Bodenkundl. Abh. 41 (2005), 291 S.

 

In dieser Arbeit werden die im oberen Ouémé-Einzugsgebiet Zentralbenins gelegenen Böden charakterisiert und die Degradierung in dem aktuellen low input-Landnutzungssystem untersucht. Darauf aufbauend werden Möglichkeiten einer nachhaltigen Bodennutzung erörtert, um zur langfristigen Sicherung der Ressource Boden beizutragen.


Die Böden der flachwelligen Pediplain Zentralbenins sind durch die Schichtung von feinkörnigen und skelettreichen Lockersedimenten über tonreichem Saprolit charakterisiert. Auf den Hängen dominieren Sols ferrugineux tropicaux lessivés bzw. Acrisols, während in den Tälern, den Bas-Fonds, Sols hydromorphes peu humifèresGleysols entstanden sind. Die natürliche Fruchtbarkeit dieser Böden ist nach der Evaluierung nach LANDON (1984), dem Fertility Capability Classification System (FCC) von SANCHEZ et al. (1982) und der Framework for Land Evaluation

bzw. (FAO 1976, 1981) allgemein als gering zu bewerten. Als Gründe für die nur mäßige Eignung der Böden für die Pflanzenproduktion sind die niedrige Wasserhaltekapazität, das geringe Bindungsvermögen für Nährstoffe als auch die begrenzte Durchwurzelbarkeit und die starke regenzeitliche Vernässung der Bas-Fonds zu nennen.

 

Auf diesen Böden werden traditionsgemäß vorwiegend Getreide wie Mais oder Sorghum und Yams für den Eigenbedarf ohne den Einsatz von Düngemitteln angebaut. Da die Nutzung des Bodens durch das starke Bevölkerungswachstum in den letzten Jahrzehnten intensiviert und die für die Regeneration des Bodens notwendige Brachezeit verkürzt wurde, wird der Boden auf verschiedene Weise degradiert. Zum einen hat der Bodenabtrag durch Oberflächenwasser zur Verringerung der Substratmächtigkeit auf den Ackerflächen geführt. Die Bodenbearbeitung hat ebenfalls die Verschlechterung der Struktur zur Folge, was neben der geringen Bodenbedeckung durch Nutzpflanzen die Erosion begünstigt. Der wiederholte Abtrag, Buschfeuer, das jährliche Ernten und die Verkürzung der Brachezeiten führen weiterhin zur Verarmung des Bodens an organischer Substanz und Nährelementen, d.h. zur chemischen Degradierung. Auch nimmt der Besatz des Bodens mit Lumbriciden und ihre Aktivität mit zunehmender Nutzungsintensität ab, so dass Ackerflächen ebenfalls einer biologischen Degradierung unterliegen. Um dieser Verschlechterung entgegenzuwirken und die Ressource für zukünftige Generationen zu sichern, ist eine Modifizierung des traditionellen Landnutzungssystems durch verschiedene kulturtechnische und pflanzenbauliche Maßnahmen sowie die Einführung von Düngemitteln erforderlich.

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